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Fünf Jahre Inklusionsbetrieb DRK-Zukunftsfabrik

Ein Projekt des DRK-Kreisverbandes Wolfenbüttel feiert in diesen Tagen fünfjähriges Bestehen. Seit dem 1. Dezember 2012 agiert die DRK-Zukunftsfabrik gGmbH erfolgreich am Markt und verschafft dabei Menschen mit Schwerbehinderungen eine feste sozialversicherungspflichtige Anstellung auf dem ersten Arbeitsmarkt.

ZF-Mitarbeiter Rene Krüger führt eine professionelle Prüfung der ortsveränderlichen elektrischen Geräte durch. Foto: DRK

Der Name sei auch ein wenig Programm: So sei die Arbeit in der Zukunftsfabrik am Exer 17 durchaus zukunftsweisend, wenn es um das künftige inklusive Arbeiten geht. „Die Zusammenarbeit unserer Mitarbeiter mit und ohne Behinderung läuft ausgezeichnet. Es werden keine Unterschiede gemacht. Alle arbeiten auf Arbeitsplätzen, zu denen sie vollkommen befähigt sind“, betont Betriebsleiter Uwe Rump-Kahl. Als Inklusionsbetrieb muss die Belegschaft der Zukunftsfabrik zur Hälfte aus Menschen bestehen, die als schwerbehindert gelten.

„Wir zeigen hier täglich, dass es geht“, sagt Rump-Kahl. Oftmals sei eine große Hürde für Menschen mit Beeinträchtigungen, dass sich Arbeitgeber eine solche Beschäftigung nicht vorstellen können. „Bei uns arbeitet zum Beispiel ein Gehörloser. Viele Menschen sehen zuallererst das Manko und können nicht glauben, dass dieser Mensch einen Führerschein hat und Gabelstapler fährt“, schildert Rump-Kahl die Problemlage. „Zudem sind wir froh und stolz, dass wir auch viele Menschen ohne Behinderung aus der Langzeitarbeitslosigkeit heraus einen Arbeitsplatz  anbieten konnten“, ergänzt der Bereichsleiter (für Arbeit und Beschäftigung im Kreisverband des DRK).

Die Zukunftsfabrik ist auf vier Bereiche spezialisiert. So bearbeitet der Betrieb in der Lohnfertigung seit rund fünf Jahren einen dauerhaften Auftrag für einen Automobilzulieferer. „Wir fertigen Befüllkanäle für Scheibenwaschanlagen“, erklärt Rainer Elsner, der als technischer Leiter zusammen mit Rump-Kahl die DRK-Einrichtung leitet. Der Zulieferer lege großen Wert auf hohe Qualität und bestehe auf exakte wöchentliche Lieferung. „Dass er seit nunmehr fünf Jahren mit uns zusammenarbeitet, ist ein Zeichen dafür, wie zuverlässig und präzise wir arbeiten“, freut sich der Diplom-Ingenieur Elsner. Darüber hinaus bietet die Zukunftsfabrik einen Hausmeister-Service sowie Dienstleistungen rund um den Arbeitsschutz an.

Der vierte Bereich umfasst die Prüfung der ortsveränderlichen elektrischen Geräte nach DGUV Vorschrift 3 – ehemals BGV A3. „Dabei prüfen wir – vereinfacht gesagt - alle Geräte, die einen Stecker haben“, erklärt Elsner: Computer, Drucker und Bohrmaschinen gehören etwa dazu. Die DRK-Fachleute prüfen auf äußere Schäden und messen die elektrischen Eigenschaften wie Widerstände, Spannungen usw. der Geräte. Diese Prüfung müssen alle gewerbliche Betriebe in regelmäßigen Abständen durchführen lassen – auf Baustellen ist dies sogar mehrmals im Jahr vorgeschrieben, in Büros reicht es oft, die Prüfung alle zwei Jahre anzusetzen.

„Wir haben dafür ein qualifiziertes Team unter Anleitung einer Elektrofachkraft“, erklärt Elsner. Die Prüfung führen Mitarbeiter der Zukunftsfabrik zum Beispiel regelmäßig am Wolfenbütteler Standort der Ostfalia durch. „Wir freuen uns aber jederzeit über weitere Kunden“, ergänzt Rump-Kahl. Für die Prüfung der nicht-ortsveränderlichen Geräte – also etwa schwere Maschinen – arbeitet die DRK-Einrichtung mit einem Partnerunternehmen zusammen, einem Wolfenbütteler Elektro-Fachbetrieb.

Außerdem kommt die Zukunftsfabrik regelmäßig auch bei klassischen Rotkreuz-Aufgaben zum Einsatz. Sie hilft mit ihrem technischen und logistischen Knowhow und ihrer entsprechenden Ausstattung weiter. In diesem Jahr übernahm die Einrichtung etwa in enger Zusammenarbeit mit dem ehrenamtlichen Bereich des Kreisverbandes eine wichtige Rolle bei der Lagerung und dem Transport von Bautrocknern, die das Rote Kreuz Geschädigten des Hochwassers zur Verfügung stellte.

9. Dezember 2017 12:43 Uhr. Alter: 132 Tage