Sie sind hier: Aktuelles » 

Hochwasser

bitte spenden Sie!

Spendeninfo

Spendenbörse Donaki

Landesarbeitsgemeinschaft setzt sich für unterstützte Beschäftigung ein

Zusammenschluss zur "Landesarbeitsgemeinschaft Unterstützte Beschäftigung Niedersachsen/Bremen“.

Landesbehindertenbeauftragter Joachim Steinbrück unterstützt die Landesarbeitsgruppe um den Wolfenbütteler Uwe Rump-Kahl (sitzend, daneben).

In Bremen haben sich jetzt 30 große und kleine Träger und Institutionen zur „Landesarbeitsgemeinschaft Unterstützte Beschäftigung Niedersachsen/Bremen“ zusammengeschlossen. Zu den federführenden Gründungsmitgliedern gehört der Fachdienst für berufliche Eingliederung (FbE) – ein Angebot des Wolfenbütteler Kreisverbands des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). FbE-Geschäftsführer Uwe Rump-Kahl hatte das konstituierende Treffen organisiert und wurde dabei zu einem der sechs Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft gewählt.  

Unterstützung erhält die Gruppe von den jeweiligen Landesbehindertenbeauftragten Petra Wontorra (Niedersachsen) und Joachim Steinbrück (Bremen) sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft. Ziel der Gründungsmitglieder ist es, „Rückenwind für eine inklusive Arbeitswelt“ zu schaffen. Wie der Wolfenbütteler FbE setzen sie sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen einen Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt erhalten. „Dabei wollen wir den Staffelstab vom etablierten System der Werkstätten übernehmen“, sagt LAG-Sprecher Rump-Kahl. Bislang sei der Weg für Menschen mit Behinderungen oftmals vorgezeichnet gewesen: nach der Schule ging es in die Werkstatt. Dort blieben sie bis zur Rente. „Wir schaffen jetzt erstmals eine Alternative zu diesem Weg“, so Rump-Kahl.  

„Bei Leistungen vom Arbeitsamt gilt das Wunsch- und Wahlrecht, was die geeignete Maßnahme angeht“, erklärt der FbE-Geschäftsführer weiter. Mit dem Angebot des FBE und den anderen Mitgliedern der Landesarbeitsgemeinschaft besteht erst seit kurzem aber eine Alternative zur Werkstatt und damit das Wahlrecht. Der FbE arbeitet mit dem Persönlichen Budget. Damit können Menschen, die einen Anspruch auf Teilhabeleistungen haben, sich die Betreuung vom FbE oder anderen Diensten einkaufen. Bei einem Gang in die Werkstatt bekäme diese das Geld.  

Der FbE sucht für seine Kunden nach passenden Praktikumsbetrieben. Jobcoaches vom DRK begleiten den Kunden zum Betrieb, ermitteln vor Ort entsprechende Einsatzmöglichkeiten, sprechen mit den dortigen Vorgesetzten und Kollegen und helfen intensiv bei der Einarbeitung. „Wenn wir einen Praktikumsplatz gefunden haben, dann fängt für uns die Arbeit erst so richtig an“, sagt Rump-Kahl. In Wolfenbüttel und Umgebung hat der Dienst schon einige Erfolge – etwa in Seniorenheimen oder einem Hotel – verbucht.  

Der FbE steht – genau wie seine Mitstreiter in Niedersachsen – oftmals vor dem Problem, dass die zuständigen Ämter diese innovative Vorgehensweise noch nicht kennen und entsprechende Anträge deshalb ablehnen. Maßnahmen die möglich sind, werden nicht anerkannt. „Dabei steht unserem Kunden diese Leistung rechtmäßig zu“, so Rump-Kahl. Beim konstituierenden Treffen gab es auch ein Beispiel eines Integrationsdienstes, der sehr erfolgreich mit den Ämtern in seinem Einzugsgebiet zusammenarbeitet. „Dort ist inzwischen bekannt, dass unsere Angebote dem System sogar insgesamt Geld sparen“, so Rump-Kahl.  

Jedes Amt hat andere Erfahrungen und Vorgehensweisen bei Vermittlungsangeboten. Der FbE betreut derzeit sechs Menschen aus sechs verschiedenen Kommunen. „Überall müssen wir zunächst Überzeugungs- und Aufklärungsarbeit leisten“, sagt Rump-Kahl. Mit der Landesarbeitsgemeinschaft hoffen die Mitglieder jetzt, für ihre Angebote in Politik und Verwaltung besseres Gehör zu finden.

21. Juni 2017 14:20 Uhr. Alter: 88 Tage