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30 Hortkinder und Schüler machten mit beim Sprachcamp „Gemeinsam (etwas) bewegen“

Bunte Zettel mit jeweils einem Buchstaben liegen auf dem Sporthallenboden. Wenn der Übungsleiter ein zunächst nicht zu langes Wort nennt, müssen die Kinder so schnell wie möglich die richtigen Buchstaben finden und zusammensetzen.

Bei „Spaß Lernen“ trainieren die Kinder die deutsche Sprache in kleinen Gruppen. Foto: DRK

Gemeinsam mit den Crazy Dancern machen die Sprachcamp-Teilnehmer einige Zumba-Übungen. Foto: DRK

"Spaß-Sport" nennen sich die Einheiten in der Halle, sie finden im Wechsel mit „Spaß-Lernen“ in den Klassenräumen statt. Dort sind Aufgaben, zum Beispiel zu Wortarten, zu lösen und kleine Ostergeschichten zu schreiben.

Diese wechselnden Einheiten waren Bestandteil des sechstägigen Feriensprachcamps „Mit Sport und Spiel Sprache entdecken“, das in der Schule im Innerstetal in Baddeckenstedt angeboten wurde. 30 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren tobten sich aus und festigten gleichzeitig ihr Wissen über die deutsche Sprache. Das Projekt angestoßen hatte Aline Gauder von der Flüchtlingshilfe des Wolfenbütteler Kreisverbandes im Deutschen Roten Kreuz (DRK). „Sport ist klasse, um Sprache zu lernen“, sagt sie. Darum sei es zum Begleitthema des Sprachcamps geworden.

Unterstützung fand Gauder in ihrer einstigen Studien-Kommilitonin Annabelle Eck, die jetzt Hortleiterin in Elbe und Sehlde ist. Die Hälfte der Teilnehmer waren Hortkinder. „Wir haben auch ein paar Kinder als Sprach-Vorbilder mitgebracht“, erläuterte Eck. Die Vielfalt der Kinder ist bereichernd, alle machten konzentriert und mit viel Freude mit. „Nur Flüchtlingskinder: das wäre keine Integration“, ergänzte Projektmanagerin Anna Anger von der Niedersächsischen Lotto-Sportstiftung. Diese und die Klosterkammer Hannover förderten das Camp neben Eigenmitteln des DRK. Eine Viertelmillion Euro stehen für das Programm „Feriensprachcamps“ bereit. Die Stiftung unterstützt Sport- und Migrationsangebote. Das baddeckenstedter Projekt sei sogar zweckübergreifend, freute sich Anger.

Begeistert war Anger auch von den Kooperationspartnern in und um die Samtgemeinde Baddeckenstedt: Neben der Koordination durch das DRK und die Begleitung durch den Hort vor Ort engagierte sich ebenfalls die Migrationsbeauftragte der Kommune während des Camps. Inhaltlich geplant und umgesetzt wurde es durch sechs ausgewählte Studenten des Instituts für Sportwissenschaften der Universität Hildesheim unter koordinatorischer Leitung von Omar Fahmy. Einer der Studenten war Leon Heesmann, der berichtete: „Kinder, die sich auf dem Schulhof eigentlich aus dem Weg gehen, arbeiten hier freiwillig zusammen.“ Gauder lobte die Studenten: „Es ist ein eingespieltes Team und die Auswahl der Methoden ist super!“ Die Haupt- und Realschule im Innerstetal war ebenfalls mit im Projekt-Boot: Sie stellte die Räume zur Verfügung und 15 Fünft- und Sechstklässler machten ebenfalls mit beim Feriensprachcamp.

Hortleiterin Eck freue sich über die jungen Studenten und ihre „tolle Arbeitsweise und den guten Zugang zu den Kindern“. Außerdem kam ihr Team während des Camps insbesondere mit Eltern der geflüchteten Kinder zusammen, sodass der Kontakt und die Zusammenarbeit gestärkt werden konnten. Die Eltern nahmen sich Zeit zum Plaudern und Klatschen bei Kurz-Auftritten in der Turnhalle – zum Beispiel, wenn ihr Nachwuchs gemeinsam mit den Crazy Dancern des SV WBR Wartjenstedt einige Zumba-Übungen machte. Viele Eltern fuhren auch mit, als die ganze Truppe am Abschlusstag einen Indoor-Spielplatz in Hildesheim besuchte. So hatten alle etwas von diesem Camp.

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6. April 2018 10:25 Uhr. Alter: 252 Tage