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Sie kommen zum Arzt – Beratung kommt zu Ihnen

Unter diesem Motto erprobt das DRK mit seinem Projekt Sozio-Med-Mobil (SMM) ein innovatives Mobilitäts- und Beratungskonzept für bedürftige Menschen in unterversorgten ländlichen Regionen.

Das SMM-Team (von links): Katharina Günter, Inna Ekkert, Detlev Prescher und Anna Horstmann. Foto: DRK

Kürzlich hat sich Frau W., wohnhaft in der Samtgemeinde Elm-Asse, das Bein gebrochen. Nun stehen zahlreiche Arztbesuche an – auch nach Wolfenbüttel und Braunschweig. Die Organisation der anstehenden Termine fällt ihr schwer – sie ist alleinerziehende Mutter von drei Kindern und hat im näheren Umfeld niemanden, der sie unterstützen könnte.

Es kann jeden treffen

Wer schon mal mit Gipsarm oder Hexenschuss zu Hause lag, der weiß genau, wie schwierig der Weg zum Arzt oder zur Therapie werden kann. Wer chronisch erkrankt, im hohen Alter regelmäßig medizinische Hilfe benötigt und von einer kleinen Rente lebt, ist ebenfalls oft auf die Unterstützung der Familie angewiesen.

Während die Zahl der Hilfebedürftigen bedingt durch den demografischen Wandel steigt, nimmt die Zahl der Hausarztpraxen in ländlichen Regionen kontinuierlich ab. Fachärzte finden sich nur noch in größeren Städten.

„Sie kommen zum Arzt – Beratung kommt zu Ihnen!“

Unter diesem Motto erprobt das DRK mit seinem Projekt Sozio-Med-Mobil (SMM) ein innovatives Mobilitäts- und Beratungskonzept für bedürftige Menschen in unterversorgten ländlichen Regionen. In der Projektphase steht das Angebot eines digitalisierten Gemeinschaftsfahrdienstes allen bedürftigen Menschen aus der Samtgemeinde Elm-Asse zur Verfügung. Eine spätere Ausweitung auf weitere Gemeinden im Landkreis Wolfenbüttel ist möglich, da die Übertragbarkeit des Projektes Kernstück der Entwicklung ist. So liegen bereits vier Anfragen ausanderen Landkreisen in Niedersachsen vor, die das Konzept des SMM übernehmen wollen.

„Die Organisation eines medizinischen Fahrdienstes stellt für uns kein Problem dar“, erläutert der Vorstand des DRK Andreas Ring. So fließen über vierzig Jahre Erfahrung im Bereich des Rettungsdienstes und der ambulanten Pflege in das Projekt ein. „Das Problem sind die mit dem Fahrdienst verbundenen Kosten, die heute noch keiner der möglichen Kostenträger übernehmen will.“ Um ein möglichst hohe Wirtschaftlichkeit des Fahrdienstes zu erreichen, setzt das DRK daher auf Digitalisierung und Übertragbarkeit des Gemeinschaftsfahrdienstes.

Das Team

Inna Ekkert arbeitet als Projektleiterin beim DRK-Kreisverband Wolfenbüttel. Mit ihrem Team beackert sie seit Monaten die Samtgemeinde Elm-Asse, denn dort geht es jetzt richtig los. „Trotzdem sind wir stets auf der Suche nach weiteren Nutzern, Kooperationspartnern und Kümmerern“, sagt sie, denn genau diese drei Gruppen will das Mobil zusammen bringen.

Wie funktioniert das?

„Unsere Homepage ist das Kernstück des Projekts“, erläutert Ekkert mit Blick auf die Internetseite (sozio-med-mobil. de). Dort werden schrittweise mehr und mehr Partner gelistet – von Arztpraxen bis zur Samtgemeinde-Verwaltung, vom Physiotherapeuten bis zum Sanitätshaus und dem Hörgeräte-Akustiker. Wer einen Termin bei seinem Arzt oder Therapeuten bekommen hat, kann als registrierter Nutzer auf der Seite sofort einen Fahrdienst für diesen Termin buchen, sofern der jeweilige Arzt/Therapeut o.Ä. sich ebenfalls auf der Internetseite registriert hat.

„Wir bieten mit unserem Sozio-Med-Mobil die Abholung von zu Hause und den kostenlosen Transport für alle bedürftigen Menschen“, erklärt die Projektleiterin. Niemand muss bei der Nutzung oder als Partner mit versteckten Fallen rechnen, es entstehen keine Verbindlichkeiten. Allerdings gebe es Rahmenbedingungen: „Unser Bus steht nicht für akute Erkrankungen zur Verfügung. Fahrten müssen mindestens eine Woche vorher gebucht werden.“

Weil gerade ältere und kranke Menschen oft Probleme mit der Internetnutzung haben, kommen an dieser Stelle die ehrenamtlichen Kümmerer ins Spiel. „Sie sollen unsere Nutzer beim Umgang  mit der Internetplattform unterstützen oder die Buchungen im Auftrag des Nutzers übernehmen“, verdeutlicht Inna Ekkert. Das können Familienmitglieder sein, müssen aber nicht. „Das kann jeder machen, der ein digitales Grundverständnis hat und mit dem Internet umgehen kann - und der auf diese Weise  seinem Nachbarn hilft.“ Ganz nebenbei sorge das Sozio-Med-Mobil dadurch für die Belebung des Sozialgefüges in den Dörfern.

Schon jetzt können sich Interessierte auf der Internetseite (sozio-med-mobil. de) anmelden – der Betrieb läuft bereits mit einer Handvoll von Partnern. Alle weiteren Informationen zu Sozio-Med-Mobil sind online im Detail aufbereitet.

Aber was ist, wenn der erste Bus in der Samtgemeinde Elm-Asse an seine Kapazitätsgrenzen stößt? „Mit dem Projekt und seiner wissenschaftlichen Begleitung wollen wir auch die Bedarfe im Rahmen des demografischen Wandels ermitteln“, erläutert DRK-Vorstand Andreas Ring. „Wenn wir von der gefühlten Unterversorgung zu einer wissenschaftlich belegten Bedarfsfeststellung kommen, werden wir Wege für eine Kapazitätsaufstockung finden.“ Dieses Thema steht Ende 2018 auf der Agenda, da bereits weitere Samtgemeinden Interesse am Sozio-Med-Mobil bekundet haben.  

Infoveranstaltungen für Nutzer und Kümmerer:

  • Dienstag, 6. Februar, 18.30 Uhr Klein Vahlberg, DGH
  • Donnerstag, 15. Februar, 18.30 Uhr Dahlum, Gaststätte Weißes Ross
  • Dienstag, 20. Februar, 18.30 Uhr Kissenbrück, DGH
  • Donnerstag, 22. Februar, 18.30 Uhr Wittmar, Bürgerschänke am Rothebach  

Unterstützen Sie unsere Arbeit durch eine Spende:
Konto: Seeligerbank, IBAN: DE27 2703 2500 0000 0056 15 und Ihre Mitgliedschaft (Telefon 05331 9750-200). DRK-Kreisverband Wolfenbüttel e.V.

Weitere Informationen geben wir Ihnen gerne unter Rufnummer 05331 92784-310 oder stellen Sie uns Ihre Fragen per E-Mail.

 

Presseinformation (Schaufenster Wolfenbüttel. 19.01.2018

3. Februar 2018 13:20 Uhr. Alter: 16 Tage