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3. Dank-Dir-Dinner und 72. ordentliche Delegiertenversammlung

Das Dank-Dir-Dinner des DRK-Kreisverbandes im Renaissance-Saal des Schlosses ist schon zur schönen Tradition geworden.

Nach der Delegiertenversammlung stellten sich das alte und das neue Präsidium des Kreisverbandes zum Erinnerungsfoto auf.

Die Geehrten von Eberts Hof (vorne von links): Birgit Feist, Stefanie Nörenberg, Brigitte Wallacher, Jutta Kersten, Ursula Mackens, Andrea Zahn, Elenitza Valami, Bärbel Klitzke, Helene Himmelreich, Eva Tacke, Ines Renner, Stefanie Mertes, Juliane Liersch und Heike Kanter (Präsidium). Hinten links Joachim Hotop und Michael Hänschen.

Helfer von KIT und SbE um Sibylle Schumacher (links vorn): Kai Uwe Schwarz, Ute Weber, Thomas Brasser, Anne Waldmann und Rainer Elsner.

Horst Kiehne als Vorsitzender des Präsidiums (links) und Vorstand Andreas Ring (rechts) ehrten Petra Seidel-Daschke und Thomas Stoch für ihre erfolgreiche Arbeit als hauptamtliche Bereichsleiter im DRK.

Uwe Rump-Kahl (rechts) zeichnete seine Kooperationspartner aus, die Herbergseltern Stefanie Mazannek und Uwe Wemken von der Jugendherberge in Goslar. alle Fotos: DRK

In diesem Jahr kamen gut 90 Gäste, und im Mittelpunkt stand die Ehrung von zwei besonders rührigen Gruppen: Die Ehrentlichen des bisherigen Tafel-Ladens, der kürzlich in den „Eberts Hof“ am Großen Zimmerhof einzog. Und die ehrenamtlichen Helfer von KIT und SbE – das Kriseninterventionsteam kümmert sich um Unfallopfer und deren Angehörige und feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Die Gruppe „Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen“ wurde erst kürzlich gegründet und hilft wiederum den Rettern, mit ihren bedrückenden Erfahrungen fertig zu werden.

„Beide Gruppen nimmt die Öffentlichkeit kaum wahr“, sagte Fridbert Schwartz in seiner Laudatio, „und doch gibt es bei Notfällen immer wieder Lagen, in denen psychische und mentale Hilfe unabdingbar ist – im Grunde für alle Beteiligten.“ Schwartz selbst wurde später ebenso wie Juliane Liersch aus dem geschäftsführenden Präsidium verabschiedet. Tatsächlich flossen ein paar Tränen bei den langjährigen Weggefährten, als die Leiterin von Eberts Hof sagte: „Ich fühle Traurigkeit, aber es muss natürlich weitergehen. Neue Leute bringen neue Impulse, aber die Zusammenarbeit war geprägt von Vertrauen und Respekt – ein tolles Miteinander.“ Und sie erwähnte unter großem Applaus einen, der solchen Dankesworten am liebsten aus dem Weg geht: „Ohne unseren Vorstand Andreas Ring säßen wir heute nicht so gemütlich beieinander und könnten nicht so stolz auf das Erreichte sein.“

Alarmruf aus der Pflege – schon zu spät?

Andreas Ring schließlich ehrte zwei Bereichsleiter aus dem Hauptamt für ihre Betriebsjubiläen. „Überhaupt sind ja Bereichsleiter mit ihrer Einsatzbereitschaft und hoher Expertise das Rückgrat eines funktionierenden Kreisverbandes.“ Petra Seidel-Daschke müsse sich als Geschäftsführerin der Pflege+Betreuung seit zehn Jahren auf dem wohl schwierigsten Feld des DRK behaupten. „Und sie meistert diese Herausforderung vorbildlich.“ Das DRK gehe in den nächsten zehn Jahren von einer erheblichen Verschärfung des Pflegenotstands aus, vor dem es im Übrigen seit 15 Jahren warne – belegt mit Daten des demografischen Wandels. „Jede Woche in Berlin ein wenig nachzusteuern, wird nichts bewegen“, meinte Ring. Gesetzgeber und Krankenkassen hätten in den letzten 20 Jahren der Pflege in Niedersachsen das Lebenslicht ausgeblasen. „Ohne einen radikalen Systemwechsel wird der Pflegenotstand zur Pflegekatastrophe.“

Zweiter Geehrter war Thomas Stoch, der seit 15 Jahren das ITZ am Exer leitet. „Ein Büro – ein Mitarbeiter, so hat die Behindertenhilfe damals im DRK Wolfenbüttel angefangen“, erinnerte Ring. Heute seien 150 hauptamtliche und über 200 ehrenamtliche Mitarbeiter in diesem stark wachsenden Sektor engagiert. „Der Mann hinter diesem Erfolg ist Thomas Stoch – Bereichsleiter Behindertenhilfe, Vertreter des Vorstands im DRK und neuer Geschäftsführer der DRK-inkluzivo gGmbH. Als Präsidiumsmitglied der internationalen ISBA-Organisationen arbeitet Herr Stoch am Transfer erfolgreicher internationaler Projekte nach Deutschland, deren Start im nächsten Jahr geplant sind.“

Zwei Personen wurden geehrt, obwohl sie keine Ehrenamtlichen sind: Uwe Wemken und Stefanie Mazannek sind die Herbergseltern in der Jugendherberge Goslar. „Dort sorgen sie immer wieder dafür, dass wir Praktikanten beschäftigen und sogar Arbeitsverträge abschließen können“, lobte Uwe Rump-Kahl seine Kooperationspartner. Der Geschäftsführer der TFIS nutzte das Dank-Dir-Dinner erstmals, um Partner aus der Wirtschaft auszuzeichnen.

Und schließlich ehrte Heike Kanter die Belegschaft des bisherigen Tafel-Ladens für deren großes Engagement. Horst Kiehne unterstrich, dass der Umzug von einer „Hinterhof- Einrichtung“ in einen prominenten Standort an der Fußgängerzone und hin zu einem interkulturellen Treffpunkt hervorragend gelungen sei. Juliane Liersch als Leiterin von Eberts Hof berichtete, die Zahl ihrer ehrenamtlichen Helfer habe sich seitdem um 22 auf 42 fast verdoppelt. „Und unser jüngstes Projekt „Tafel packt Babytasche“ hat jetzt schon ganz viele positive Reaktionen erfahren. Den ersten beiden werdenden Müttern wird geholfen – eine wohnt zur Zeit im Frauenhaus‘“.

Standort für ein neues DRK-Zentrum gesucht

„Die Menschen im Landkreis Wolfenbüttel können sich auf uns verlassen.“ Das betonte Horst Kiehne als Vorsitzender des DRKPräsidiums, als er die Gäste zu Delegiertenversammlung und Dank-Dir-Dinner im Schloss begrüßte. Der Kreisverband sei gut aufgestellt – nicht nur in der medizinischen Notfallversorgung, sondern auch auf vielen anderen Gebieten unterschiedlichster Hilfeleistungen.

Die wachsenden Aufgabenfelder machen eine Anpassung der Strukturen unumgänglich. Und so beschlossen die Delegierten die Gründung einer neuen Gesellschaft, in der zum 1. Januar 2019 alle Projekte und Angebote der Behindertenhilfe, der Daseinsvorsorge und anderes gebündelt werden. Wie groß dieser Bereich geworden ist, zeigt eine reine Auflistung der bisherigen DRK-Initiativen: Familienentlastender Dienst, Eberts Hof, Autismus-Ambulanz, Therapieangebote, Schulassistenz, berufliche Eingliederung, unabhängige Teilhabe-Beratung, ambulant-betreutes Wohnen und die Kompetenzagentur.

Die neue gemeinnützige GmbH wird DRK-inkluzivo heißen, das steht für „Inklusion“ auf Esperanto. Die Geschäftsführung übernehmen Thomas Stoch und Uwe Rump-Kahl, DRK-Vorstand Andreas Ring wird Aufsichtsrat. „Sie sehen, wir haben auch ohne Katastrophen gut zu tun“, sagte Kiehne mit Blick auf das Jahr 2017, als das Rote Kreuz stark in die Betreuung der zahlreichen Hochwasser-Opfer eingebunden war.

Die Neuwahlen brachten einiges Stühlerücken mit sich. Der geplante Rückzug von Juliane Liersch und Fridbert Schwartz aus dem geschäftsführenden Präsidium in den Beirat wurde mit der Wahl von Heike Kanter (Halchter) und Björn Försterling (Wolfenbüttel) ausgeglichen. Försterlings bisherige Aufgaben als Beauftragter für Katastrophenschutz übernimmt Hansjörg Jentsch. Anne Waldmann folgt Melanie Niestrop als Ausbildungsleiterin nach, und Ruth Naumann (Schöppenstedt) ist neue Beisitzerin für Karin Schulz. Die Schladenerin war im abgelaufenen Amtsjahr verstorben, die Delegierten widmeten ihr eine Schweigeminute.

Horst Kiehne stellte klar, dass die rasante Entwicklung in allen Bereichen den Neubau eines DRK-Zentrums erfordere. Die Mitarbeiterzahl sei auf 465 hauptamtliche und 800 ehrenamtliche Mitarbeiter gestiegen. „Seit zwei Jahren stehen wir in Gesprächen mit der Stadt Wolfenbüttel – leider ergebnislos.“ Insbesondere das Wachstum in den Bereichen Rettungsdienst, Inklusion, Tafel, Katastrophenschutz und die weiteren geplanten Projekte ließen sich jedoch an den bestehenden Standorten nicht umsetzen. Es würden dringend Lagerflächen, Garagen und Büros benötigt. „Wenn wir nicht im ersten Halbjahr 2019 eine Lösung innerhalb Wolfenbüttels finden, müssen wir uns außerhalb nach Möglichkeiten umsehen.“ 

6. November 2018 19:06 Uhr. Alter: 5 Tage