Was ist eine Autismus-Spektrum-Störung (ASS)?
Eine Autismus-Spektrum-Störung (ASS) ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die in frühester Kindheit beginnt und meist zu lebenslanger Beeinträchtigung führt. Sie wirkt sich im Wesentlichen auf die Kommunikation und soziale Interaktion aus und ist durch eingeschränkte und sich wiederholende Verhaltensmuster, Interessen und Aktivitäten gekennzeichnet. Es handelt sich dabei um eine Wahrnehmungsstörung. Vielen Betroffenen fällt es schwer, zwischen wichtigen und unwichtigen Informationen zu unterscheiden. ASS tritt unabhängig von der Intelligenz auf.
Woran erkennt man ASS?
Eltern von autistischen Kindern bemerken oft schon sehr früh, dass ihr Kind „irgendwie anders“ reagiert. Sie berichten, dass ihr Kind als Säugling häufig weinte, sich nicht gerne in den Arm nehmen ließ, nur bestimmte Nahrungsmittel aß oder häufig wie abwesend oder auch taub wirkte. Trotzdem wird die Diagnose ASS oft sehr viel später gestellt. Die von den Eltern beschriebenen frühen Symptome lassen sich in der Regel den drei Kernbereichen der Autismus-Spektrum-Störung zuordnen: Kommunikation, Interaktion und stereotype Verhaltensweisen.
Welche Formen von Autismus gibt es?
Früher wurde zwischen dem sogenannten Frühkindlichen Autismus, dem Asperger-Syndrom und dem Atypischen Autismus unterschieden. Da das Spektrum von Menschen mit Autismus-Diagnose sehr vielfältig ist, wird seit 2022 von der Autismus-Spektrum-Störung (ASS) gesprochen. Diese Bezeichnung greift das hohe Maß an Individualität, Unterschiedlichkeit und Vielfältigkeit von Persionen mit ASS passender auf. Denn es heißt ganz richtig: Kennen Sie einen Autisten, so kennen Sie einen Autisten!
Typisch für eine autismusspezifische Störung
Bei einer Autismus-Spektrum-Störung (Abkürzung: ASS) besteht eine grundlegende Beeinträchtigung im Sozialverhalten und innerhalb der Kommunikation. Eltern und andere Bezugspersonen benötigen ein hohes Maß an Geduld und Einfühlungsvermögen, weil die Betroffenen scheinbar wenig Interesse an ihrem Umfeld zeigen.
Es ist uns wichtig, dem Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung positive und zuverlässige Beziehungserfahrungen zu ermöglichen. So kann er oder sie der Welt offener und sicherer begegnen.
Inklusion im Schulalltag sowie am Arbeitsplatz
Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung benötigen zum Leben, Lernen und Arbeiten häufig einen geschützten Rahmen. Dazu gehören besondere Beziehungsangebote und individuelle Rückzugsmöglichkeiten. Sie haben natürlich auch große Fähigkeiten, die erkannt und genutzt werden müssen, um ihnen bei der Bewältigung ihres Lebens zu helfen. Leider gibt es in Schulen und an Ausbildungs- sowie Arbeitsplätzen von jungen Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung oft Probleme und Missverständnisse. Hier bieten wir Hilfestellungen an. Unter anderem organisieren wir für Schulen Fortbildungen zum Thema Autismus mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Auch eine Assistenz für den Schulalltag oder am Arbeitsplatz können wir innerhalb der DRK-inkluzivo vermitteln. Sofern bereits eine begleitende Assistenz zur Verfügung steht, tauschen wir uns mit dieser aus, beraten und bieten Unterstützung.
Unsere Ziele für Personen mit einer Autismus-Spektrum-Störung
Die Zielsetzung der Förderung unserer KlientInnen mit einer Autismus-Spektrum-Störung orientieren sich an den individuellen Bedürfnissen. In der Regel steht die Erweiterung kommunikativer und sozialer Fähigkeiten im Vordergrund. Wir helfen dem/der KlientIn, die eigene Umwelt besser zu verstehen. Dadurch soll ein Höchstmaß an Selbständigkeit ermöglicht werden. Die Verringerung von Ängsten und Zwängen führt zu einer Erhöhung der Flexibilität und zu einer Erweiterung des Erfahrungshorizontes des Einzelnen.
Die Förderung kognitiver Grundfunktionen kann eine Basis für weiterführende Lernprozesse schaffen und das Verstehen sozialer Zusammenhänge unterstützen.
Wir begleiten unsere KlientInnen bei einer Identitätsfindung und bieten unter anderem Hilfe und Vorbeugung gegen aggressives, fremd- und selbstverletzendes Verhalten.
Unsere elternorientierten Ziele
Das familiäre Umfeld benötigt häufig eine Unterstützung im Umgang mit Verhaltensproblemen sowie Hilfestellung zur Gestaltung von Kommunikations-, Lern- und Alltagssituationen. Wir begleiten Eltern und Angehörige in der Verarbeitung und Akzeptanz der bestehenden Beeinträchtigung und stärken ihre familiären Ressourcen. Zudem gibt es Möglichkeiten der Entlastung durch die Angebote unseres Familienentlastenden Dienstes.
Wir bieten dem familiären Umfeld von autistischen Kindern, Jugendlichen sowie von jungen Erwachsenen fachliche Informationen und Aufklärung über die Diagnose der ASS. Dies erfolgt zum einen im Rahmen der autismusspezifischen Förderungen in Form von Elterngesprächen. Zum anderen kann nach Erhalt oder bei Verdacht einer ASS-Diagnose ein kostenfreies Beratungsgespräch in Anspruch genommen werden.


